Mit unseren Pflege- und Schnittmaßnahmen erhalten wir Obstbäume, die ein wichtiger Natur-Lebensraum darstellen. Wir bieten unseren Mitgliedern jährliche, kostenfreie Workshops u.a. zum Thema: Obstbaumschnitt in Theorie & Praxis
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Winter- oder Sommerschnitt?
„Obstbäume schneidet man im Winter“ ist oft die landläufige Meinung, die wohl noch aus Zeiten stammt, in denen man sich nur zur Winterzeit um die Obstbäume kümmerte. Tatsächlich aber entscheidet der Schnittzeitpunkt über die Reaktion des Obstbaumes.
Der WINTERSCHNITT regt den Baum zum Treiben an, der SOMMERSCHNITT bremst die Triebtätigkeit.
Der Sommerschnitt (August) ist besonders dann zu empfehlen, wenn der Baum ohnehin stark treibt, d.h. wenn die Neutriebe eine Länge von 30 cm deutlich überschreiten. Ein Winterschnitt führt dann zu noch stärkerer Triebtätigkeit, wie Besenreiser und Wasserschosser. Man ist dann besser beraten, die Baumschere im Winter nicht anzusetzen.
Bäume, die jedoch nur eine geringe Triebbildung haben, sowie sehr viele und kleine Früchte, sollte man im Winter schneiden, um die Triebtätigkeit anzuregen und den Baum zu revitalisieren.
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Jubiläums-Pflanzaktion auf der OGV-Obstwiese
Zum 130jährigen Bestehen hat sich der OGV in 2025 etwas besonderes einfallen lassen:
1300 Blumenzwiebeln wurden Anfang November 2025 mit tatkräftiger Unterstützung von Vereinsmitgliedern sowie deren Kindern und Enkel gepflanzt. Von Seiten der Stadt Alsfeld waren auch Magistratsmitglied Dietmar Köllner und Kita-Leiterin Simone Smakal gekommen sowie auch einige Vorschulkinder mit Eltern.
Die Pflanzstellen waren natürlich schon vorher ausgehoben und hergerichtet, sodass die Blumenzwiebeln schnell eingebuddelt waren.
Als Dankeschön gab es für die großen und kleinen Helfer frisch gepressten Apfelsaft und Kuchen. Außerdem konnte man auch ein paar Blumenzwiebeln für den Garten mit nach Hause nehmen. Die neuen Pflanzschaufeln durften die Kinder, nach dem einbuddeln der Blumenzwiebeln, als Geschenk behalten.
Auf der OGV-Obstwiese haben auch Bienen ihre Zuhause von Vereinsmitglied und Imker Dieter. Den diesjährigen Frühjahrs- und Sommerblüten-Honig von den fleißigen Obstwiesen-Bienchen konnte man vor Ort probieren. Auch das Natur-Mobil der Oberhessischen Jäger war zu Gast auf der OGV-Obstwiese. Unter anderem wurden auch Geweihe und Präparate von Biber, Reh, Waschbär u.a. Waldtieren lebensecht präsentiert. Die ausgestellten Präparate weckten großes Interesse bei Eltern und Kindern. Es wurden viele Fragen von den beiden anwesenden Jägern beantwortet.
Der OGV Alsfeld bedankt sich bei der Sparkasse Oberhessen für die großzügige Unterstützung zum 130jährigen Jubiläum!
Unser Ziel ist es, Kinder für die Zusammenhänge der Natur zu begeistern. Wissen über Pflanzen und Tierwelt zu vermitteln, sowie eine Sensibilisierung für Umweltschutz und Nachhaltigkeit.
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Frühling auf der OGV-Obstwiese
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Altes Handwerk – Die Sense neu entdecken
..dies war das Motto im OGV-Workshop. Bei sommerlichen Temperaturen Anfang August, wurde nicht nur der Umgang mit der Sense gezeigt, sondern auch das Dengeln und das Schärfen mit dem Wetzstein. Kursleiter Dieter zeigte allen Teilnehmern die richtige Technik beim Sensen. Zum Abschluss gab es noch Tipps vom Kursleiter, was eine gute Sense ausmacht und was man beim Kauf beachten sollte.
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Baumschnitt-Workshops auf unserer Obstwiese
Ende Februar wurde der Erziehungsschnitt an jungen Obstbäumen gezeigt sowie ein Schnittkurs für alte, wenig oder schon lange nicht mehr geschnittene Obstbäume. Nach einer kurzen Einführung konnte man sehen, wie mit wenigen, aber gezielten Sägeschnitten eine Revitalisierung der Bäume gelingt.
Stammanstrich und Baumscheibe schützen vor Hitzeschäden und Beschädigungen beim Mähen.
Ein weißer Stammanstrich schützt den Baum im Winter vor sogenannten Frostrissen. Solche Risse entstehen, wenn die Sonne tagsüber an Kraft gewinnt, nachts aber noch Frost herrscht. Die Sonne erwärmt die dunkle Rinde des gefrorenen Holzes schnell und es entstehen Spannungen und Risse, die den Baum nachhaltig schädigen können, denn durch diese Wunden haben Bakterien und Pilze leichten Zugang.
Schutz bietet ein einfacher weißer Anstrich bis in die Leitäste hinein, der die Sonne reflektiert und damit eine Erwärmung des Stammes und Frostrisse verhindert. Eine geeignete Schutzfarbe bekommt man im Fachhandel oder Baumarkt.
Man kann den Anstrich aber auch aus Wasser, Kalk und angerührtem Tapetenkleister selber herstellen. Der Anstrich wäscht sich mit der Zeit ab und sollte jährlich erneutert werden.
Übrigens: Der abgewaschene Kalk dient dem Baum gleichzeitig als Dünger.
Vier gute Gründe für einen Obstbaumschnitt:
- Durch den Obstbaumschnitt gelangt Luft in den Baum. Das Blattwerk trocknet besser ab und Pilzkrankheiten wie z.B. Obstschorf oder Monilia-Fruchtfäule treten weniger stark auf.
- Abgetragenes Fruchtholz wird beseitigt. So wird der Aufbau von neuem, qualitativ gutem Fruchtholz angeregt.
- Durch das regelmäßige Auslichten der Bäume stehen die Äste weniger dicht. Richtig durchgeführte Schnittmaßnahmen tragen darüber hinaus dazu bei, dass die Bäume nicht „in den Himmel“ wachsen. Ernte und Pflegemaßnahmen werden durch den Schnitt entscheidend erleichtert.
- Richtig geschnittene Bäume sind stabiler und vitaler. Äste brechen bei Stürmen weniger schnell ab.
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HR3 zu Besuch auf unserer Obstwiese
Kurzfristig hatte sich ein Team des HR-FERNSEHEN für den 01. März 2024 anmeldet, um auf unserer Obstwiese einen Dreh in Sachen Obstbaumschnitt mit unserem Vorstandsmitglied und Fachwart Torsten zu filmen. Zu sehen auch in der Mediathek des HR-Fernsehen.


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Anfang Oktober 2022 wurde unsere neue Obstwiese angelegt.
Bei einem Workshop haben fleißige Mitglieder sowie Vorstandsmitglieder im Herbst 2022, bei nasskaltem Wetter, 10 Obstbäume zu dem bestehenden Streuobstbestand gepflanzt. Dabei gab es einiges zu beachten:
- Die richtige Pflanztiefe
- Verbesserung der Bodenqualität
- Position des Stützpfahls und richtiges Anbinden
- Anbringen eines Wühlmausschutzes
- Pflanzschnitt an Wurzel und Krone
- Verbiss-Schutz .
Es wurde auch darauf geachtete, dass überwiegend alte Obstsorten gepflanzt wurden, z.B
Apfelbäume: Roter Boskoop, Weißer Klarapfel und Goldparmäne
Birnbäume: Gellerts Butterbirne und Gute Luise
Kirschbäume: Schneiders Späte Knorpelkirsche und Große Prinzessinkirsche
Mirabelle von Nancy
Pflaumenbäume: Katinka und Hanita
Außerdem wurde auf der Wiese je ein großer Walnuss- und ein Kastanienbaum angepflanzt.
Unterschiedliche Nistkästen wurden auch angeschafft:
zum Beispiel: mit 32mm Flugloch für Kohlmeisen und mit 26 mm für Blaumeisen. Ein ovales Nistkasten-Loch wird gern vom Kleiber angenommen
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Misteln entfernen – eine lebensnotwendige Vorsorge
Misteln, die als Schmarotzerpflanze ihrem Wirtsbaum Wasser und Nährstoffe entziehen, werden zunehmend zu einer Gefahr für Streuobstwiesen.
Als Ursachen für die Ausbreitung der Mistel werden vor allem die unregelmäßige Pflege von Streuobstbeständen angesehen. Daneben begünstigen wohl auch klimatische Veränderungen, wie lange Trockenphasen und der daraus resultierende Stress für die Obstbäume, den Vormarsch.
Was kann man tun?
Will man die Mistel nachhaltig entfernen, muss man mindestens 30 bis 50 cm von ihrem Ansatz ins gesunde Holz zurückschneiden. Das ist in Abhängigkeit von der Ansatzstelle der Saugwurzeln nur in den äußeren Astpartien ohne große Schädigung des Obstbaumes zu vertreten.
An der inneren Astpartie, (Leitäste und Stammverlängerung) bleibt als Notmaßnahme nur die Möglichkeit, die Misteln auszubrechen (am besten brechen sie bei Frost) oder abzuschneiden. Dadurch lässt sich allerdings nur die weitere Ausbreitung durch die Früchte (Scheinbeeren) verhindern. Die Saugwurzeln selbst, mit ihren Senkern, verbleiben im bzw. am Baum. Die Mistel benötigt dann etwa 4 Jahre, bis sie wieder Samen produziert. Der Baum wird aber vorübergehend entlastet. Das heißt aber auch, dass die Misteln spätestens nach 4 bis 5 Jahren wieder entfernt werden müssen.
Besser ist es, die nachgewachsenen Misteln jedes Jahr wieder zu entfernen. In vielen Fällen stirbt der Schmarotzer dann nach einigen Jahren ab.













